Nebenkosten beim Hauskauf auf einen Blick
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Wer eine Immobilie kauft, muss bei der Finanzplanung neben dem Kaufpreis weitere Kosten berücksichtigen. Denn ein gewisser Anteil des Budgets fliesst auch zum Notar – und schliesslich will auch das Finanzamt etwas vom Immobilienkauf haben. Die wichtigsten Nebenkosten beim Hauskauf im Überblick.

Wer eine Immobilie kauft, sollte bedenken, dass er nicht nur den Kaufpreis, sondern eine ganze Reihe Nebenkosten zahlen muss. Zunächst hält der Verkäufer die Hände auf, dann auch noch Fiskus und Notar.
Kosten für Notar und Eintragung ins Grundbuch

Beim Erwerb von Haus und Grund wird der Kaufvertrag von einem Notar errichtet und beurkundet. Der Notar veranlasst im Anschluss auch die Eintragung ins Grundbuch. Die Kosten dafür sind nicht schweizweit gleich, sondern unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. So werden beispielsweise für den Notar in Zürich 0,1 Prozent des Kaufpreises fällig, in Bern sind es dagegen 0,5 Prozent. Die Eintragung ins Grundbuch kostet in Zürich zusätzlich 0,15 Prozent des Kaufpreises, in Bern sind es 0,1 bis 0,2 Prozent, je nach Höhe des Kaufpreises.
Errichtung des Schuldbriefs
Die meisten Immobilienkäufer können ihr Traumhaus nicht einfach aus der Portokasse bezahlen, sondern müssen dafür einen Hypothekarkredit aufnehmen. Hierfür muss beim Grundbuchamt ein Schuldbrief errichtet werden. Dafür fallen ebenfalls wieder Gebühren an, die von Kanton zu Kanton allerdings unterschiedlich hoch ausfallen. Immobilienkäufer können hier mit grob 0,1 bis 0,3 Prozent des Kaufpreises rechnen.
Handänderungssteuer

Es gibt sie zwar nicht in allen Kantonen, aber in manchen eben doch: die Handänderungssteuer. In den Kantonen, die sie erheben, wird sie unterschiedlich berechnet. So zahlen Käufer beispielsweise in Bern 1,8 Prozent von dem Beitrag, der 800‘000 Franken des Kaufpreises übersteigt. Kostet also eine Immobilie 1‘200‘000 Franken, werden 1,8 Prozent von 400‘000 Franken fällig, also 7‘200 Franken. Diesen Betrag teilen sich jedoch Käufer und Verkäufer. In Kantonen wie Aargau, Zug oder Zürich gibt es dagegen gar keine Handänderungssteuer.
Besser mit einkalkulieren: Zusätzliche Nebenkosten beim und nach dem Hauskauf
Nicht nur beim Kauf selbst fallen Nebenkosten an, sondern auch vorher und nachher. Viele dieser Ausgaben sind für die Planung des Hauskaufs notwendig. Immobilienkäufer sollten sie im Blick behalten, damit das Budget nicht gesprengt wird und keine überraschenden Zusatzkosten auftreten.
Kosten für Gutachter
Wie gut die Bausubstanz des Gebäudes ist und wo Renovierungsbedarf besteht: Diese Fragen können Hauskäufer klären, indem sie einen Gebäudegutachter beauftragen. Die Gutachterkosten für einen Architekten oder Bauingenieur können je nach Gebäude rund 1‘000 Franken oder mehr betragen.
Versicherungskosten
Zum Schutz vor einem hohen finanziellen Schaden schliessen Hauskäufer in der Regel bestimmte Versicherungen ab. Eine Gebäudeversicherung beispielsweise kommt für Schäden am Gebäude auf, die durch Glasbruch, Feuer oder Wasser entstehen. Je nach Wert des Hauses, Kanton, und Versicherungsunternehmen belaufen sich die Kosten hierbei auf etwa 300 bis 700 Franken pro Jahr, je nach Gebäude auch mehr oder weniger. Zudem entschliessen sich viele Hauseigentümer für eine Gebäudehaftpflichtversicherung. Diese deckt Schäden, die von der Immobilie selbst ausgehen, etwa durch herabfallende Dachziegel. Was sie kostet, lässt sich pauschal kaum sagen – viele Gebäudehaftpflichtversicherungen lassen sich individuell zusammenstellen und kosten dementsprechend viel.
Sparmöglichkeiten beachten
Angehende Eigentümer sollten bei ihrer Finanzplanung neben dem Kaufpreis also einen gewissen Aufschlag mit einberechnen. Eigentümer profitieren auf der anderen Seite aber auch von gewissen Förderungen. Viele Kantone unterstützen dabei vor allem energetische Sanierungen oder den Einsatz erneuerbarer Energien. Einen Überblick0 gibt es online auf einer eigens eingerichteten Webseite der Bundesämter für Energie und Umwelt.
Markus Grundmann