Nach dem Umzug – Wohnsitz anmelden nicht vergessen

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Wer umzieht, muss sich in seiner neuen Wohngemeinde anmelden. Dazu müssen Schweizer einige Formulare bei der Einwohnerkontrolle vorlegen. Geschieht dies nicht binnen zwei Wochen drohen Strafen. Mit diesen Tipps klappt der Start in der neuen Heimat.

Wer innerhalb der Schweiz umzieht, muss in der neuen Gemeinde seinen Wohnsitz anmelden. Foto: iStock/ AlexBrylov

Kisten packen, den Umzug organisieren und die neue Wohnung einrichten – ein Umzug ist meist mit viel Stress verbunden. Wer dann endlich am neuen Wohnort ankommt, sollte nicht vergessen, sich anzumelden. Denn dazu ist jeder Bürger laut Gesetz, nämlich den kantonalen Gesetzen über Niederlassung und Aufenthalt, verpflichtet, wenn er:

  • seinen dauerhaften Wohnsitz ändert,
  • einen neuen Zweitwohnsitz aufnimmt,
  • Räume bezieht, um dort eine berufliche Tätigkeit auszuüben.

Was der Wohnsitz genau ist, ist gesetzlich definiert. Der dauerhafte Wohnsitz ist etwa der Ort, an dem der Bewohner seinen Lebensmittelpunkt hat, also dort, wo er seinen Freundeskreis hat, seine Familie oder wo er sich im Verein engagiert. Ausserdem ist es der Ort an dem der Einwohner seine Steuern zahlt. Es ist nur möglich, einen dauerhaften Wohnsitz zu haben – Nebenwohnsitze darf eine Person aber mehrere haben. In jedem Fall gilt: Ändert sich die Wohnsituation, haben die Bewohner eine Meldepflicht bei ihrer Gemeinde.

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Hundehalter aufgepasst

Zieht der Hund mit um, müssen die Besitzer ihr Vierbeiner ebenfalls bei der alten Gemeinde abmelden und am neuem Wohnort neu anmelden.

Wohnsitz anmelden: Was Einwohner beachten müssen

Bevor sich ein Bürger bei seiner neuen Gemeinde anmelden kann, muss er sich bei der alten Gemeinde abmelden und seinen Heimatschein abholen. Foto: iStock/ TommL

Bevor sich Bewohner neu anmelden können, müssen sie sich bei ihrer alten Gemeinde abmelden. Wer umzieht, muss dies spätestens am Wegzugstag erledigen. Dazu müssen Schweizer die zuständige Einwohnerkontrolle aufsuchen und ihren sogenannten Heimatschein abholen. Der Heimatschein ist der Bürgerrechtsausweis der Schweizer im Inland. Nur mit diesem können sie sich an ihrem neuen Wohnort anmelden.

Wo muss ich mich anmelden?

In den meisten Gemeinden müssen sich die Bewohner persönlich bei der Einwohnerkontrolle anmelden. Die Einwohnerkontrolle ist in der Schweiz je nach Kanton und Grösse der einzelnen Gemeinden unterschiedlich benannt. In ländlichen Regionen müssen sich Bewohner daher an das lokale Gemeindehaus, in grösseren Städten wie Basel beim Einwohnerdienst oder in der Stadt Zürich im Kreisbüro melden. Informationen darüber finden Schweizer auf den Internetpräsenzen der jeweiligen Gemeinde.

Wer sich anmeldet, muss einige Unterlagen vorlegen. Dazu zählen:

  • Gültiger Personalausweis
  • Heimatschein
  • Krankenversicherungsnachweis
  • Familienbüchlein
  • Bei Kindern: Geburtsschein
  • Optional, aber empfohlen: Anmeldeformular
  • Optional, aber empfohlen: Wohnungsnachweis (beispielsweise Mietvertrag)
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Online anmelden

In den Kantonen Aargau, Uri, Zürich, Zug oder in der Stadt St. Gallen ist es zudem möglich, seinen Wohnsitz online anzumelden. Wer diesen Dienst in Anspruch nimmt, muss notwendige Unterlagen allerdings per Post nachreichen.

Welche Fristen gelten? 

Wer umzieht muss sich zügig ummelden. Es gilt je nach Kanton eine Frist von 8 bis 14 Tagen, in denen sich Betroffene bei der neuen Gemeinde anmelden müssen.

Was kostet das Ummelden?

Die Kosten der Anmeldung variieren ebenfalls je nach Kanton – üblich sind Beträge zwischen 20 und 40 Schweizer Franken. Für die Abmeldung fallen keine Kosten an.

Sonderfall: Umzug innerhalb der Gemeinde

Wer innert einer Gemeinde umzieht, muss seinen Wohnortwechsel ebenfalls melden. Jedoch genügt es dann, der Einwohnerkontrolle die neue Adresse mitzuteilen. Gebühren fallen dabei keine an.

Abmelden beim Wegzug ins Ausland

Möchten Studenten ein Auslandssemester machen, müssen sie ihren Wohnsitz nicht abmelden. Foto: iStock/ MStudioImages

Manchmal ziehen Schweizer nicht nur innerhalb des Landes um, sondern gar ins Ausland. Wann sich ein Abmelden lohnt und wann es besser ist, angemeldet zu bleiben, hängt vor allem davon ab, ob der Umzug dauerhaft ist oder nicht. Ziehen beispielsweise Studenten für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland, müssen sie sich nicht zwangsläufig abmelden.

Wer jedoch länger als zwölf Monate abwesend ist, also beispielsweise auswandert, sollte sich zügig abmelden. Denn dadurch entfällt auch die Steuerlast, die Angemeldete tragen müssen.

Fazit: Geringer Aufwand, der viel Ärger spart

Für die einen ganz normal, für andere ein lästiger Amtsgang – dennoch sollte das Ummelden für jeden, der seinen Wohnsitz wechselt, selbstverständlich sein. Denn die Anmeldung kostet nur wenig Aufwand, kann aber viel Ärger ersparen.

Checkliste: Wo Bürger außerdem ihre Adresse ändern müssen

Nicht nur der Einwohnerkontrolle sollten Neubürger ihren Wohnsitz mitteilen – folgenden Behörden und Dienstleistern sollten sie über ihre neue Adresse informieren:

  • Post
  • Telefon
  • Stromversorger
  • Bank
  • Krankenkasse
  • Kreditkartenunternehmen
  • Versicherungen
  • Billag
  • Auto und Motorräder
  • Sektionschef
  • Arbeitgeber
  • Schulen und Kindertagesstätten
  • Mobilfunkanbieter, Internet- und Kabelanschluss
  • Vereine und Verbände, bei denen Mitgliedschaften bestehen
  • Online-Shops, bei denen ein Kundenkonto besteht

26.02.2018


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