Mieteinnahmen versteuern: So viel bekommt der Staat

Lesermeinungen:  

(0)

Vermieter müssen ihre Mieteinnahmen versteuern. Allerdings können sie viele Kosten von diesen Einnahmen abziehen, etwa Schuldzinsen oder solche für Instandhaltungen. Auch Selbstnutzer müssen den Eigenmietwert ihrer Immobilie versteuern.

Wer Wohnungen vermietet, muss die Mieteinnahmen versteuern. Viele Kosten, etwa für die Verwaltung und Renovierungsarbeiten können aber steuerlich geltend gemacht werden. Foto: iStock.com / mediaphotos

Wer eine Immobilie zur Kapitalanlage erwirbt, muss die Mieteinnahmen versteuern. Doch die Einnahmen werden nicht eins zu eins angerechnet, vielmehr kann der Vermieter eine Reihe von laufenden Kosten abziehen.

Was Vermieter versteuern müssen

Laut Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG; Art. 32) kann der Vermieter Unterhaltskosten,  die  Kosten der  Instandstellung  von  neu  erworbenen  Liegenschaften,  Versicherungsprämien  und  die  Kosten  der  Verwaltung von den zu versteuernden Mieteinnahmen abziehen. Von den Mieteinnahmen kann der Eigentümer im jeweiligen Steuerjahr die Kosten für den Makler und für die Inserate abziehen, selbiges gilt auch für die laufenden Verwaltungskosten. Auch Bankspesen, Telefonkosten und Briefporto im Zusammenhang mit der Vermietung sind Kosten, die die Steuerlast senken.

Auch Investitionen in die Energieeffizienz helfen beim Steuern sparen

Den Unterhaltskosten gleichgestellt sind Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen. Wer also eine energieeffiziente Heizung oder moderne Isolierfenster einbauen lässt, kann die Kosten hierfür steuerlich geltend machen.

Wertmehrende Arbeiten: Keine steuerlichen Vorteile

Bei den Instandhaltungskosten sind nur die werterhaltenden, nicht die wertmehrenden Arbeiten steuerlich absetzbar: Eine neue Dacheindeckung erkennt das Finanzamt also an, den Anbau eines Wintergartens nicht. Die Rechnungen zu diesen wertmehrenden Arbeiten sollte man dennoch aufbewahren. Denn diese Kosten senken bei einer späteren Veräusserung der Immobilie den steuerbaren Grundstücksgewinn.

Achtung

Instandhaltungsarbeiten, die der Immobilie einen Luxuscharakter geben, gehören nicht zu den werterhaltenden Aufwendungen, sondern sind nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten.

Denkmalpflegerische Arbeiten sind zumindest dann abzugsfähig, wenn sie aufgrund gesetzlicher  Vorschriften oder auf Anordnung vorgenommen wurden, sofern diese Arbeiten nicht subventioniert sind.

Zinsen sind abzugsfähig

In vielen Fällen wird eine vermietete Immobilie durch eine Bank finanziert und der Eigentümer hat regelmässige Raten zu zahlen. Hier sind die Schuldzinsen – nicht jedoch der Tilgungsanteil an der Rate – abzugsfähig, denn die Zinsen sind Gewinnungskosten für die Erzielung von Mieteinnahmen.

Pauschalabzug ist möglich

Alternativ zum Abzug der tatsächlichen Unterhaltskosten kann auch ein Pauschalabzug vorgenommen werden. Dann können bei bis zu zehn Jahre alten Wohngebäuden zehn Prozent des Brutto-Mietertrags geltend gemacht werden, bei älteren Immobilien sind es 20 Prozent. Der Steuerpflichtige kann jedes Jahr wählen, ob er die effektiven Kosten oder die Pauschale absetzen will – je nachdem, was für ihn günstiger ist. Der Pauschalabzug ist allerdings nur bei Wohn- und nicht für Büro- und Geschäftsgebäude möglich. Wird eine möblierte Ferienimmobilie vermietet, betragen die Pauschalabzüge zwischen zehn und 33 Prozent, allerdings nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. Ab 30.000 Franken pro Jahr sind Pauschalen bei Ferienimmobilien nicht mehr zulässig.

Eigenmietwert versteuern

Wer ein Eigenheim hat, muss den Eigenmietwert seines Gebäudes als Einkommen versteuern. Foto: ah fotobox / fotolia.com

Auch Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, müssen hierfür Steuern zahlen. Die Steuer wird auf den so genannten Eigenmietwert erhoben. Dabei geht das Finanzamt fiktiv von mindestens 60 Prozent der ortsüblichen Miete aus, die Selbstnutzer versteuern. Die umstrittene Steuer wird in jüngerer Zeit heftig diskutiert, es steht eine Abschaffung dieser in den Nachbarländern unbekannten Besteuerung von selbst genutzten Immobilien im Raum.
Die genaue Berechnung des so genannten Eigenmietwertes ist kantonal unterschiedlich geregelt, in manchen Kantonen sind es zum Beispiel 70 Prozent der durchschnittlichen Mieten vor Ort. In anderen Kantonen wird ein bestimmter Prozentsatz des Verkehrswertes oder des Steuerwertes für die Berechnung herangezogen. Unabhängig davon, wie die jeweilige Berechnungsmethode aussieht, müssen jedoch immer mindestens 60 Prozent der üblichen Miete versteuert werden.

Vermögenssteuer

Nicht nur die Mieteinnahmen werden besteuert, sondern es fällt auch eine Vermögenssteuer auf Immobilien an. Diese ist je nach Kanton unterschiedlich hoch, auch die Freibeträge unterscheiden sich je nach Kanton. Zudem ist der zu versteuernde Wert nicht unbedingt der aktuelle Marktwert, er kann auch darunter liegen. Diesbezüglich sind pauschale Wertermittlungsmethoden statthaft. Einer allgemeinen Regelung, wonach generell nur 60 Prozent des Marktwertes versteuert werden müssen, hat das Bundesgericht jedoch eine Absage erteilt (Az.: 124 I 145).

Allerdings können von diesem Wert noch bestehende Hypotheken abgezogen werden. Wer für sein Darlehen nur Zinsen zahlt und die Tilgungsbeiträge in die Säule 3a einzahlt, um den zur endfälligen Tilgung des Darlehens nötigen Betrag später aus seiner Säule 3a wieder zu entnehmen, profitiert von gleichbleibend hohen Abzügen, was die Vermögenssteuer senkt.

Abschreibung nur für gewerbliche Vermieter

Gewerbliche Vermieter können Ihre Immobilien abschreiben und so die Steuerlast senken. Foto: REDPIXEL / fotolia.com

In Ländern wie Deutschland können Kapitalanleger ihre vermieteten Immobilien steuerlich absetzen. In der Schweiz ist das nicht möglich. Nur Unternehmen sind berechtigt, eine Abschreibung auf Immobilien vorzunehmen. Die Abschreibung trägt dem Umstand Rechnung, dass eine Wertverminderung auf Anlagegütern des Geschäftsvermögens steuerlich Berücksichtigung finden muss, weil eine Immobilie eine begrenzte Lebenszeit hat und sich mit der Zeit abnutzt. Je nach Immobilienart und Kanton sind die Abschreibungssätze unterschiedlich hoch. Am höchsten sind sie in der Regel bei gewerblichen Gebäuden wie Fabrik- oder Lagerhallen, am niedrigsten bei Wohnimmobilien.

Fazit: Sanierungen planen, um Steuern zu sparen

Was sich steuerlich besonders lohnt und was nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, verschiedene werterhaltende Massnahmen auf mehrere Jahre zu verteilen. Abschliessend einschätzen kann das jedoch nur ein Treuhänder. Und: Auch die Kosten für diesen können von der Steuer abgezogen werden.

17.07.2018


Ihre Meinung zählt

(0)
0 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben