Impressumspflicht für Makler: Das muss ins Impressum

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Die Impressumspflicht gilt auch für Immobilienmakler und –verwalter. Wer auf seiner Webseite kein oder nur ein unvollständiges Impressum hat, muss mit einem hohen Bussgeld rechnen. Mit diesen Tipps können sich Profis schützen.

Impressumspflicht, Makler, Grafik: Zan Ilic, Bearbeitung: Immowelt
Was dem Immobilienmakler im Alltag die Visitenkarte ist, ist online das Impressum. Dabei müssen Immobilienprofis vollständige Angaben machen. Es gilt die Impressumspflicht. Grafik: Zan Ilic, Bearbeitung: Immowelt

Im Beruf des Maklers gibt es zahlreiche rechtliche Fallen – eine davon ist ein unvollständiges oder gar fehlendes Impressum. Denn laut Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) benötigt jeder „elektronische Geschäftsverkehr“ ein Impressum – also auch jeder Internetauftritt, bei dem auf die eigene Dienstleistung hingewiesen wird. Die Impressumspflicht gilt genauso für Immobilienmakler, -verwalter oder Eigentümer mit gewerblichen Angeboten auf der eigenen Webseite oder auf Vermittlungsplattformen wie immowelt.ch.

Impressumspflicht betrifft auch Newsletter und Social-Media-Auftritte

Impressumspflicht, Makler, Social Media, Foto: iStock/Prykhodov
Auch bei Facebook oder in einem Newsletter müssen Makler korrekte Angaben im Impressum haben. Foto: iStock/Prykhodov

Die Impressumspflicht gilt nicht nur für die eigene Webseite, sondern für alle nicht rein privaten Profile im Internet. Makler müssen also auch bei Twitter, Facebook, Xing oder im eigenen Newsletter stets ein Impressum bereithalten. Wichtig: Auch die Nutzung von ausländischen Providern oder Domainnamen entbindet Makler in der Schweiz nicht von der Impressumspflicht.

Das gehört ins Makler-Impressum

Das Impressum muss vollständige Angaben über die Identität und Kontaktadressen des Anbieters enthalten.

„Führt ein Makler ein Einzelunternehmen, ist er also eine natürliche Person, dann muss er im Impressum seinen vollständigen Namen seine Adresse angeben“, erklärt Barbara Klug von Advokatur & Notariat Klug in St. Gallen. Weiterhin müsse er eine E-Mail-Adresse, Telefonnummer und falls vorhanden auch eine Fax-Nummer angeben.

Führt ein Immobilienmakler seine Firma als eine juristische Person, also beispielsweise als GmbH oder AG, muss er zusätzlich die vollständige Firmenbezeichnung angeben sowie den Sitz der Firma wie er im Handelsregister steht.

Zusammenfassung: Im Maklerimpressum müssen stehen …

  • Vollständiger Name
  • Adresse
  • E-Mail-Adresse und Telefonnummer
     

Unternehmen müssen zudem weitere Angaben machen:

  • Firmenbezeichnung, Rechtsform und Firmensitz
  • bei Einzelunternehmen: Name des Inhabers
  • Unternehmen mit Zweigniederlassung in der Schweiz müssen das Stammunternehmen nennen, mit einem deutlichen Hinweis auf dessen Sitz.
     

Sind auf der Seite redaktionelle Inhalte eingebunden, sollten Makler zudem auf den verantwortlichen Redaktor hinweisen. Das gilt auch bei Inhalten auf Social-Media-Plattformen.

Benutzerfreundlichkeit ist beim Impressum Pflicht

Impressumspflicht, Makler, leicht zugänglich, Foto: noppawan09/fotolia.com
Das Impressum muss einfach und ohne grosse Umwege auffindbar sein. Foto: noppawan09/fotolia.com

Das Gesetz schreibt nicht vor, dass ein Impressum auch „Impressum“ heissen muss – dies ist aber zumindest empfehlenswert, um Missverständnisse zu vermeiden. Eine gängige und zulässige Positionierung des Impressums ist die Fusszeile einer Webseite.

Die Kontaktaufnahme muss sich für den Verbraucher dabei so einfach wie möglich gestalten. „Auf ein Kontaktformular zu verweisen ist nicht ausreichend“, so Rechtsanwältin Klug. Die E-Mail-Adresse müsse vollständig angegeben sein. Auch genüge es nicht, statt der Adresse lediglich ein Postfach anzugeben.

Achtung

Wer einen Spam-Schutz benutzen will, muss darauf achten, dass dieser nicht durch versteckte oder unvollständige E-Mail-Adressen funktioniert – dann wären die rechtlich notwendigen Angaben nämlich nicht klar genug.

Bussgeld: Fehler im Impressum werden teuer bestraft

Rechtsanwältin Barbara Klug von Advokatur & Notariat Klug in St. Gallen, Foto: privat
Rechtsanwältin Barbara Klug von Advokatur & Notariat Klug in St. Gallen. Foto: privat

Makler sollten sich an ihre Impressumspflicht auf jeden Fall halten. Das UWG sieht bei vorsätzlichem unlauterem Wettbewerb Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 360 Tagessätzen vor. „Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass dieser Strafrahmen für alle Verstösse gegen den unlauteren Wettbewerb festgelegt wurde“, so Rechtsanwältin Klug. Bei einem fehlenden oder fehlerhaften Impressum müsse man nicht mit einer Freiheits-, sondern mit einer Geldstrafe rechnen. Kostenpflichtige Abmahnungen, wie es sie in anderen europäischen Ländern gibt, kennt das schweizerische Rechtssystem indes nicht.

06.09.2017


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