Den perfekten Bauplatz finden: Tipps zum Grundstückskauf

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Wer ein Haus bauen möchte, braucht zunächst das passende Baugrundstück. Die Suche nach dem Traum-Bauplatz gestaltet sich dabei aber oft schwieriger als gedacht. Infos und Tipps zum Grundstückskauf.

Grundstückskauf, Bauplatz finden, Foto: luxorphoto/fotolia.com
Das passende Baugrundstück zu finden ist oftmals kein ganz einfaches Untergangen. Tipps zum Grundstückskauf. Foto: luxorphoto/fotolia.com

Die Niedrigzinsphase in der Schweiz hat in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Bauboom geführt. Die Folge: Grundstücke werden aufgrund der hohen Nachfrage vor allem in Ballungsgebieten teuer und knapp. Einen Bauplatz zu finden ist dort oftmals schwieriger, als ein fertiges Haus zu kaufen. Damit die Suche am Ende erfolgreich ist und Kaufwillige in keine teuren Fallen tappen, sollten künftige Bauherren einige wichtige Tipps zum Grundstückskauf beachten.

Einen passenden Bauplatz finden

Das optimale Baugrundstück zu finden ist nicht immer leicht. Kompetente Helfer unterstützen bei der Suche: Immobilienmakler. Sie kennen sowohl den Markt als auch das Baurecht und können zudem auf individuelle Wünsche ihrer Kunden eingehen.

Auch Anfragen bei Kommunen können erfolgversprechend sein. Aufstrebende kleine und mittlere Gemeinden, die Wohngebiete erschlossen haben, verkaufen Grundstücke oft sogar zu recht günstigen Preisen. Auch fallen meist keine Vermittlungskosten an.

Grundstückskäufer können darüber hinaus einen Bauplatz in Immobilienbörsen im Internet suchen. Dort gibt es zahlreiche regionale und überregionale Immobilienbörsen wie immowelt.ch mit Grundstücksangeboten von Privatleuten und Maklern. Die Suche ist bequem, die Beschreibungen sind ausführlich – meist mit Fotos.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

In Ballungsräumen, wo Grundstücke Mangelware sind, können künftige Bauherren auch beim Bauträger fündig werden. Ein Nachteil: Meist ist man dann auch vertraglich gebunden, mit diesem Bauträger das Haus zu bauen.

Grafik: immowelt.ch

Grundstückskauf – darauf sollten künftige Bauherren achten

Ist das Grundstück gefunden, müssen künftige Bauherren gründlich recherchieren, bevor sie den Kaufvertrag unterschreiben. Denn nicht auf jedem Grundstück lässt sich das Traumhaus verwirklichen.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Zonenplan prüfen

Als erstes sollten Bauherren in spe die Bau- und Zonenordnung der zuständigen Gemeinde einsehen und den dazugehörigen Zonenplan prüfen. Dieser gibt beispielsweise Aufschluss darüber, welche Dachformen und wie viele Stockwerke gebaut werden dürfen. Zudem sollten Käufer die Nutzungspläne der Kantone einsehen und sich darüber informieren, wie der Boden konkret genutzt werden darf. Zum Beispiel, welche Mindestabstände zu den Nachbargrundstücken einzuhalten sind.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Grundbucheintrag prüfen

Unabdingbar ist auch ein Blick ins Grundbuch. Hier finden sich Informationen über bestehende Hypothekenlasten, eingetragene Fuss- und Wegerechte oder mögliche Vorkaufsrechte.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Überprüfen, ob das Grundstück schon erschlossen ist

Künftige Bauherren sollten sich beim Veräusserer des Grundstücks erkundigen, ob der Bauplatz schon erschlossen ist: Ist das Grundstück an die Kanalisation sowie Energie- und Wasserversorgung angeschlossen? Sind bereits Telefon- und Kabelanschluss gelegt? Und hat er die Kosten dafür bereits bezahlt? Denn die Erschliessungskosten sind zwar Aufgabe der Gemeinde – diese kann dafür aber Erschliessungsbeiträge und Gebühren erheben, die schnell mehrere tausend Franken betragen. Die genaue Höhe des Erschliessungsbeitrags ist dabei abhängig von den Reglementen der Belegenheitsgemeinde.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Beschaffenheit des Grundstücks

Genau unter die Lupe nehmen sollten Bauherren in spe auch die Beschaffenheit des Grundstücks und des Baugrunds. Hanglagen müssen anders bebaut werden als ebene Flächen. Ist der Grundwasserstand beispielsweise enorm hoch, braucht das Haus unter Umständen eine aufwändige Kellerabdichtung. Es lohnt sich daher, im Vorfeld eine Baugrunduntersuchung durchführen zu lassen. Meist bieten geotechnische Büros diese Dienstleistungen an.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Altlasten auf dem Grundstück

Informieren sollten sich künftige Bauherren vor dem Grundstückskauf auch über eventuelle Altlasten auf dem Grundstück. Altlasten sind umweltgefährdende Stoffe wie Chemikalien, Öl oder Elektroschrott. Meist kommen sie auf alten Industrie- und Gewerbegrundstücken vor oder auf Grundstücken, auf denen Abfälle gelagert wurden. Um Altlasten ausschliessen zu können, sollten Bauherren die Kataster der belasteten Standorte des jeweiligen Kantons einsehen. Das ist auch online möglich. Im Zweifel kann es sich für Grundstückskäufer lohnen, vorab ein Bodengutachten anfertigen zu lassen.

Grundstück kaufen, Grafik: immowelt.ch

Wohnumfeld prüfen

Wichtig bei der Suche nach dem perfekten Baugrund ist auch das Wohnumfeld. Künftige Bauherren sollten daher die Infrastruktur, das Freizeitangebot in der näheren Umgebung sowie die verkehrstechnische Anbindung genau unter die Lupe nehmen. Auch lärm- und geruchsbelästigende Betriebe in der Nachbarschaft können jedes noch so tolle Grundstück später zum Albtraum machen.

Kosten kalkulieren

Wer ein Grundstück erwirbt, sollte daran denken, dass neben den Kaufkosten auch noch einige Nebenkosten anfallen.

Maklerprovision:
Wer das Grundstück über einen Makler erwirbt und diesen selbst beauftragt hat, muss unter Umständen eine Käuferprovision zahlen. Es obliegt dabei den Parteien, die Höhe im Maklervertrag frei festzulegen – sie darf nur nicht unverhältnismässig hoch sein. Als üblich gelten Provisionen zwischen einem und fünf Prozent des Verkaufspreises.

Notarkosten:
Der Notar fertigt den Kaufvertrag aus, beurkundet ihn und veranlasst die Eintragung im Grundbuch. Die Höhe des Notarhonorars variiert dabei von Kanton zu Kanton und teilweise sogar von Gemeinde zu Gemeinde und liegt etwa zwischen 0,1 und 0,5 Prozent des Kaufpreises. Hohe Honorare werden zum Beispiel in den Kantonen Wallis, Bern, Genf und Tessin fällig.

Handänderungssteuer:
In einigen Kantonen wie Bern oder Luzern in bestimmten Fällen ab einem gewissen Kaufpreis zusätzlich eine Handänderungssteuer erhoben. Die Berechnung unterscheidet sich dabei ebenfalls von Kanton zu Kanton stark. Bauherren sollten sich daher erkundigen, ob es vor Ort eine Handänderungssteuer gibt und falls ja, wie hoch diese ausfällt.

Grundbuch:
Die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch variieren ebenfalls von Kanton zu Kanton. In Kantonen wie Zug werden diese nach Arbeitsstunden berechnet, in anderen mit einer pauschalen Gebühr. In wieder anderen wird ein gewisser Prozentsatz des Kaufpreises fällig. Auch hier sollten sich Grundstückskäufer am besten direkt bei der kantonalen Behörde erkundigen.

Eventuell Erschliessungsbeiträge und –gebühren:
Falls das Grundstück noch nicht erschlossen ist, werden diese von der Gemeinde erhoben. Die genaue Höhe unterscheidet sich dabei von Gemeinde zu Gemeinde.

Gebühr für neuen Schuldbrief:
In den meisten Fällen muss für den Grundstückskauf ein Hypothekarkredit aufgenommen werden. Hierfür errichtet die Bank einen Schuldbrief. Die Gebühren dafür variieren von 0,1 bis 0,3 Prozent der Höhe des Schuldbriefes.

Verschiedene Optionen vergleichen

Wer sich für ein Grundstück interessiert, sollte vor allem eines mitbringen: Ruhe und Geduld. Es ist deutlich besser, viele verschiedene Optionen abzuwägen und zu vergleichen als übereilt ein Grundstück zu kaufen, das sich im Nachhinein nicht als optimale Lösung herausstellt. Zudem sollten auch bei der Finanzierung verschiedene Angebote verglichen werden.

12.09.2017


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